Mitte der 1890er bis Anfang der 1940er Jahre schufen die von Schweden in die USA emigrierten Brüder Carl und August Larson ein bemerkenswertes Erbe an hochwertigen Saiteninstrumenten. In dieser Zeit entstanden eine Vielzahl verschiedenartigster Gitarren, Harfengitarren, Mandolinen, Mandocelli, Tiplen und Ukulelen, die unter diversen Markennamen wie Maurer, Prairie State,Euphonon, Dyer und Stahl gehandelt wurden.

Keines dieser Instrumente trug ein Larson-Schild oder -Stempel. Es handelte sich ja bei den Larsons nur um ein 2-Mann-Unternehmen, und so ging es den beiden Brüdern weniger um ein eigenes Markenprofil als vielmehr um die Kreation einer bemerkenswerten Vielzahl und Vielfalt an handwerklich überragenden, innovativ gestalteten Instrumenten. Die Larsons erfanden eine Reihe von gestalterischen und konstruktionstechnischen Features Das Laminated Bracing, die Metal Support Rods bei den Prairie-State-Instrumenten, die Fertigung von Decken und Bodenkonstruktion unter Spannung sowie eine Reihe anderer
Features hoben sie von ihren Mitbewerbern deutlich ab. Etliche dieser Erfindungen wurden patentiert, so dass die Larsons zurecht zu den innovativsten Instrumentenbauern ihrer Zeit gezählt werden.

Die Larsons gehörten zu den ersten amerikanischen Instrumentenbauern, die sich auf die Herstellung von stahlbesaiteten Flat-Top-Gitarren konzentrierten, während bis zu den späten 1920er Jahren die meisten amerikanischen Flat-Tops noch mit Darmsaiten ausgestattet waren.

Unter den Gitarrenherstellern der Vorkriegszeit ist das Werk der Gebrüder Larson insofern einzigartig, als es die einzige Serie von nicht industriell hergestellten, stahlbesaiteten Flat-Top-Gitarren darstellt, die auch heute noch wegen ihrer handwerklichen sowie tonalen Qualitäten bei Musikern und Sammlern gleichermaßen begehrt sind und entsprechend hoch gehandelt werden.